Skip to main content
19. Juni 2024

Dem UNESCO-Welterbe Jungfrau-Aletsch entlang. Als 2-Tages-Tour

Ronnys Bewertung

Kondition

Landschaft


Imposante Bergketten, das Dreigestirn Eiger, Mönch und Jungfrau, unberührte Täler und das grösste zusammenhängende vergletscherte Gebiet der Alpen – zweifelsohne ein Welterbe von universalem Wert. Diese Tour bewegt sich zwar nur am Rande des UNESCO-Welterbes. Dennoch trumpft sie auf mit unglaublich schönen und facettenreichen Landschaften, überwältigenden Fernsichten und viel unberührter Natur. Zudem vermittelt sie auch einen Eindruck über die gigantischen Ausmasse dieses Welterbes.

Die erste Etappe der Tour startet in der Feriendestination Meiringen und führt zum Start quer durchs Dorf. Immer wieder trifft man im Dorf auf Spuren des Meisterdetektivs Sherlock Holmes, der infolge eines Zweikampfs mit seinem Erzrivalen Moriarty in die naheliegenden Reichenbachfälle stürzte. Anscheinend hatte der Autor Sir Arthur Conan Doyle keine Lust mehr, ständig neue Detektivgeschichten zu erfinden. Deshalb setzte er seinem Meisterdetektiv bei diesen tosenden Fällen ein theatralisches Ende. Zu diesem Ort des Geschehens zieht es uns nun. Der Weg geht steil den Reichenbachfällen entlang hoch. Auf einer kurzen Strecke sind doch bis zum nächsten Etappenziel in Zwirgi 400 Höhenmeter zu meistern. Unbestritten – ein harter Einstieg in eine Tour. Dass auf der anderen Seite der Reichenbachfälle eine Bahn hochfährt, macht das Ganze nicht erquickender. Dennoch – der Aufstieg lohnt sich. Die Dimensionen der Wasserfälle sind mit einem Aufstieg viel mehr erlebbar als dies auf der gegenüberliegenden Aussichtsplattform der Fall ist. Ganz geschweige von der Gischt, die einem bei einem Aufstieg begleitet. Vor allem an heissen Sommertagen eine willkommene Abkühlung.

Beim Etappenziel Zwirgi ist der Scheitelpunkt zum Rychenbachtal erreicht. Zwar sind ab hier bis zum Etappenziel auf der Schwarzwaldalp noch weitere 500 Höhenmeter zu meistern. Der Aufstieg ist jedoch, abgesehen von wenigen Ausnahmen, wenig anstrengend. Das Tal öffnet sich nun zunehmend und mit jedem Wegmeter rücken die umliegenden Drei- und Viertausender vermehrt ins Blickfeld. Und nicht genug davon – zwischen Gstellihorn (2’855m ü. M.) und Wellhorn (3’191m ü.M) zeigt sich mit dem Rosenlouwigletscher auch bereits die erste Eismasse. Neben einzelnen verstreuten Höfen und Weidenfeldern gibt’s im Tal ansonsten nur viel unberührte Natur. Das ganze Tal ist sehr idyllisch. Und mitten in dieser wildromantischen Berglandschaft poppt plötzlich das historische Hotel Rosenlaui auf. In diesem geschichtsträchtigen Hotel ist alles wie noch vor über hundert Jahren. Luxus und Modernität sind hier weit weg. Dafür ist Vieles im Originalzustand und lässt einen in eine andere Welt eintauchen. Leider waren alle meine Versuche bis heute in diesem Hotel zu nächtigen erfolglos. Bis anhin beschränkten sich meine Besuche dieses Hotels auf dessen romantischen Garten. Jedenfalls bleibe ich am Ball. Hier mal zu übernachten steht bei mir weit oben auf meiner „bucket list“. Ab Rosenlaui verläuft der Weg für 20 Minuten auf der Strasse. Die Strasse ist nicht stark befahren. Dennoch ist Vorsicht geboten. Nach weiteren 20 Minuten Marschzeit, nun dem Rychenbach entlang, ist bereits das nächste Etappenziel auf der Schwarzwaldalp erreicht.

Für die Etappe von der Schwarzwaldalp bis zur Grossen Scheidegg habe ich mich nicht für den direkten Weg, sondern für den Weg über die Scheidegg Oberläger und den Gratweg zwischen Gratschärem und der Grossen Scheidegg entschieden. Dies vor allem mit der Hoffnung auf gewaltige Fernsichten. Spätestens als ich den höchsten Punkt dieser Tour bei Gratschärem auf 2’007m ü. M. erreichte, ging meine Rechnung auf. Hinter mir dehnte sich das ganze Rychenbachtal mit dem Schwarzhoren (2’927m ü. M.) zur linken Hand und der Gebirgszug vom Klein Wellhorn (2’701m ü. M), dem Wellhorn (3’191m ü. M.), dem Scheideggwetterhorn (3’360m ü. M.) bis zum Wetterhorn (3’690m ü. M.) zur rechten Hand aus. Und vor mir öffnete sich eine atemberaubende Fernsicht auf den Eiger (3’967m ü. M) mit seiner legendären Nordwand, die Spitze des Mönchs (4’110m ü. M.) bis zur Kleinen Scheidegg (2’061m ü. M.), das Lauberhorn (2’472m ü. M.), den Tschuggen (2’521m ü. M) und den Männlichen (2’342m ü. M.). Und ganz hinten am Horizont zeigten sich das Gspaltenhorn (3’436m ü. M.), der Bütlassa (3’194m ü. M.) und das Schilthorn (2’969m ü. M.) und zu meinen Füssen die bekannte Ferien- und Ausflugsdestination Grindelwald.

Auch bei der ersten Abstiegsetappe bis Schwendibiel habe ich mich nicht für den direkten Weg entschieden, sondern für den Weg über Stepfihubel und den Gratweg Schmale Ritt. Dies vor allem wegen des Gratwegs. Und dieser Gratweg hat es in der Tat in sich. Zwar ist die eigentliche Gratweg keine 100 Meter lang, dafür geht’s auf beiden Seiten steil hinunter, vor allem auf einer Seite zum Tobel des Bärgelbachs. Einzig eine Seilsicherung trennt den Weg vom Abgrund des Tobels. Auf diesem Wegabschnitt ist höchste Konzentration gefordert. Jeder Schritt muss sitzen. Kann die gesamte Route von Meiringen bis nach Grindelwald den SAC-Schwierigkeitsgraden T1 und T2 zugeordnet werden, erfordert dieser kurze Streckenabschnitt die Einstufung T3.

Ab Schwendibiel bis zum Endpunkt der Tour in Grindelwald geht der Weg anfangs an Landwirtschaftsbetrieben mit ihren Weidewiesen vorbei und später zeigen sich die ersten Ausläufer der Ferien- und Ausflugsdestination Grindelwald. Vermehrt dominieren Häuser mit Zweitwohnungen (alle Rollläden sind geschlossen) und Hotelüberbauungen die Szenerie. Dafür öffnet sich, je weiter man sich Grindelwald nähert, der Blick aufs Wetterhorn (3’690m ü. M), das Klein Schreckhorn (3’495m ü. M.), das Nässihorn (3’741m ü. M.) und das Schreckhorn mit seinen 4’078m ü. M. Und ebenfalls zeigt sich die Zunge des Oberer Grindelwaldgletscher. Spätestens jetzt wird einem bewusst, welche gigantischen Ausmasse das UNESCO-Welterbe Jungfrau-Aletsch einnimmt und wie viele Mehrtausender dieses Welterbe prägen.

Ich habe die Tour auf zwei Tage aufgeteilt. Frühaufsteher schaffen die Tour auch in einem Tag. Mein Plan war im Hotel Rosenlaui zu übernachten. Einmal mehr erfolglos. Aus diesem Grund bin ich auf das Chalet-Hotel Schwarzwaldalp ausgewichen. Obwohl das Hotel Schwarzwaldalp nicht über die nostalgische Aura wie das Hotel Rosenlaui verfügt, habe ich mich in diesem Haus sehr wohl gefühlt. Mein Einzelzimmer war klein, dafür war das Bett sehr bequem und sehr wohlig. Nach einer mehrstündigen Tour wohl eines der wichtigsten Kriterien für eine erholsame Nacht. Bad und WC befinden sich auf der Etage. Dafür hat es im Zimmer ein Lavabo mit fliessend Warm- und Kaltwasser. Alles war tipptopp sauber und bestens im Schuss. Auch das Restaurant ist gemütlich und im ganzen Haus ist viel Herzblut spürbar. Der überaus aufmerksame und professionelle Abend- und Morgenservice hat das Seine dazu beigetragen. Das Abendessen bestand aus einem 3-Gang-Menü. Alles mit Liebe zubereitet und sehr fein. Auch das Frühstücksbuffet kann sich sehen lassen und bietet alles um fit und gestärkt in einen wanderintensiven Tag zu starten. Ich gehe davon aus, dass mein nächster Übernachtungsversuch im Hotel Rosenlaui wiederum scheitern wird. Das werde ich jedoch nur ein bisschen bedauern, da ich mit dem Chalet-Hotel Schwarzwaldalp eine sehr gute Alternative zur Hand habe, die mich auch Dank eines guten Preis-Leistungs-Verhältnisses überzeugt hat.

 

 

 

Anreise und Rückreise

Anreise: Mit der SBB oder der BLS nach Interlaken Ost (BE). Ab Interlaken Ost mit der Zentralbahn ZB nach Meiringen (BE). Oder mit der SBB nach Luzern (LU) und Weiterfahrt mit der Zentralbahn ZB nach Meiringen.

Rückreise: Ab Grindelwald (BE) mit der Berner Oberland-Bahn BOB nach Interlaken Ost. Ab Interlaken Ost bestehen Anschlüsse in die restliche Schweiz. Entweder mit der SBB oder der BLS über Spiez (BE) und Thun (BE) oder mit der Zentralbahn ZB über Meiringen und Luzern.

Nützliche Links für deine Reiseplanung:
Fahrplan SBB bzw. Fahrplan Postauto

Tourdaten

Schwierigkeit
Symbol Schwierigkeit der Tour
Schwer
SAC-Einstufung
SAC- Einstufung
T1, T2, T3
Beste Jahreszeit
Symbol Beste Jahreszeit der Wanderung
Mitte Jun – Mitte Okt
Tourlänge
Symbol für Länge der Wanderung
25.2 km
Tourdauer
Symbol für Dauer der Wanderung
8 ¼ Stunden
Aufstieg
Symbol für Aufstiegsmeter der Wanderung
1483 m
Abstieg
Symbol für Abstiegsmeter der Wanderung
1047 m

Wanderkarte und Höhenprofil


Etappen

Symbol Schwierigkeit der Tour
Meiringen Bahnhof
595 m.ü.M.
Symbol Schwierigkeit der Tour
Zwirgi
1 Std. 25 Minuten
976 m.ü.M.
Symbol Schwierigkeit der Tour
Rosenlaui
3 Std.
1328 m.ü.M.
Symbol Schwierigkeit der Tour
Schwarzwaldalp
3 Std. 40 Minuten
1455 m.ü.M.
Symbol Schwierigkeit der Tour
Grosse Scheidegg
5 Std. 50 Minuten
1962 m.ü.M.
Symbol Schwierigkeit der Tour
Schwendibiel
7 Std.
1430 m.ü.M.
Symbol Schwierigkeit der Tour
Grindelwald Bahnhof
8 Std. 15 Minuten
1035 m.ü.M.

Verpflegungs­tipps

Gasthaus Zwirgi, Rychenbachtal-Schattenhalb
Link zur Webseite
Restaurant Kaltenbrunnen, Rychenbachtal-Schattenhalb
Link zur Webseite
Hotel Rosenlaui, Rychenbachtal-Schattenhalb
Link zur Webseite
Chalet-Hotel Schwarzwaldalp, Rychenbachtal-Schattenhalb
Link zur Webseite
Berghotel Grosse Schweidegg, Grindelwald
Link zur Webseite

Übernachtungs­tipps

Gasthaus Zwirgi, Rychenbachtal-Schattenhalb
Link zur Webseite
Hotel Rosenlaui, Rychenbachtal-Schattenhalb
Link zur Webseite
Chalet-Hotel Schwarzwaldalp, Rychenbachtal-Schattenhalb
Link zur Webseite
Berghotel Grosse Schweidegg, Grindelwald
Link zur Webseite

Teile diese Tour mit deinen Freunden

QR Code

Nimm mich mit

Auch unterwegs diese schöne Tour dabei haben oder untereinander teilen. Einfach mit dem Handy den QR-Code einscannen, im Anschluss öffnet sich diese im Browser deines Handys.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert