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23. August 2025

Über die Bietenlücke ins Paradies: Wandern im Soustal

Ronnys Bewertung

Kondition

Landschaft


Während das Lauterbrunnental mit Eiger, Mönch und Jungfrau weltbekannt ist, lockt das benachbarte Soustal vor allem mit Ruhe und Ursprünglichkeit. Hier gibt es zwar „nur“ Dreitausender, dafür aber kaum Touristenmassen. Während sich in Lauterbrunnen im Juli und August ganze Karawanen Richtung Jungfraujoch oder Schilthorn bewegen, kennt das Soustal Einsamkeit, unberührte Natur, weite Alpweiden, wilde Bäche und rauschende Wasserfälle.

Erste Etappe: Von Birg zur Schilthornhütte
Der Start erfolgt in Birg, der letzten Mittelstation auf dem Weg zum Schilthorn. Kaum verlässt man die Station, ist es auch vorbei mit den Touristenströmen. Vor einem öffnet sich das kleine Engital, am Horizont ist bereits die Schilthornhütte zu sehen. Der Weg ist technisch einfach, führt über 250 Höhenmeter bergab und folgt meist dem Bachlauf. Unterwegs passiert man Schneefelder, die im Sommer mit Planen abgedeckt werden, um im Winter als Schneereserve für die Pisten zu dienen.

Zweite Etappe: Über die Bietenlücke ins Soustal
Von der Schilthornhütte führt der Weg über die Bietenlücke – und verlangt deutlich mehr (Schwierigkeitsgrad T4). Der Aufstieg wie auch der Abstieg sind fordernd. Der Pfad ist oft schmal, ausgesetzt und rutschig; neben dem Weg fällt der Hang steil ab. Handketten geben Sicherheit, dennoch sind höchste Konzentration und Trittsicherheit gefragt. Bei nassem Wetter ist die Route nicht empfehlenswert, für Kinder ungeeignet. Wer die Bietenlücke erreicht, wird mit fantastischen Aussichten belohnt: auf der einen Seite das Dreigestirn Eiger, Mönch und Jungfrau, auf der anderen das weite Soustal, flankiert von Schilthorn, Drätt- und Hoganthore bis hin zu Schwalmere und Lobhoren. Während unserer Tour verhüllte Nebel das Dreigestirn – doch die Sicht ins Soustal war grandios und machte alles wett.

Dritte Etappe: Durch das Soustal
Der Abstieg durchs Soustal über den Mättenberg nach Sousläger ist ein einziger Genuss. Das Tal präsentiert sich als riesige Alpweide, durchzogen von mäandrierenden Bächen und gesäumt von Wasserfällen. Technisch ist die Strecke einfach, und mit 540 Höhenmetern verteilt auf über vier Kilometer ist auch der Abstieg moderat.

Vierte Etappe: Von Sousläger nach Isenfluh
Die letzte Etappe führt durch dichte Wälder der Bergflanke entlang bis zur Postauto-Haltestelle in Isenfluh. Immer wieder öffnen sich schöne Ausblicke zur Schynigen Platte und nach Wengen. Mit fast 600 Höhenmetern Abstieg ist dieser Teil jedoch deutlich anstrengender und geht gegen Ende einer langen Tour spürbar in die Knochen – zumal die Müdigkeit sich bereits bemerkbar macht. Mit etwas Wetterglück erscheinen kurz vor Isenfluh nochmals die drei Giganten Eiger, Mönch und Jungfrau im Blickfeld.

Übernachtung in Mürren
Die Nacht vor der Tour verbrachten wir in Mürren. Für vier Personen ein Zimmer in der Hochsaison zu vernünftigen Konditionen zu finden, war nicht einfach – doch das Hotel Alpina erwies sich als Glücksfall. Unser Familienzimmer bestand aus zwei modernen Zimmern mit je einem Lavabo und zwei Balkonen: einer mit Bergsicht, der andere ins Tal. Bad und WC teilten wir, was wir bei der Buchung bereits wussten. Hervorragend war das reichhaltige Frühstücksbuffet, perfekt als Stärkung für den Wandertag. Besonders in Erinnerung bleibt uns das herzliche Personal – allen voran der Rezeptionist, der trotz Warteschlange mit viel Charme und Humor alle Gäste willkommen hiess. Ein gelungener Start in die Tour!

Anreise und Rückreise

Anreise: Mit der SBB oder der BLS über Spiez (BE) nach Interlaken Ost (BE). In Interlaken Ost umsteigen auf die Berner Oberland-Bahn BOB bis Lauterbrunnen (BE). Ab Lauterbrunnen mit dem Postauto der Linie 141 bis Stechelberg (BE), Talstation Schilthornbahn. Anschliessend mit der Schilthornbahn über Gimmelwald (BE) und Mürren (BE) bis Birg (BE). Neu gibt es eine Luftseilbahn, die Stechelberg direkt mit Mürren verbindet, ohne Umsteigen in Gimmelwald.

Rückreise: Mit dem Postauto der Linie 142 ab Isenfluh bis Lauterbrunnen. Ab Lauterbrunnen Rückreise wie Anreise. Achtung: die letzte Busverbindung ab Isenfluh bis Lauterbrunnen ist um 18.14 Uhr.

Nützliche Links für deine Reiseplanung:
Fahrplan SBB bzw. Fahrplan Postauto

Tourdaten

Schwierigkeit
Symbol Schwierigkeit der Tour
Schwer
SAC-Einstufung
SAC- Einstufung
T2, T4
Beste Jahreszeit
Symbol Beste Jahreszeit der Wanderung
Juli – anfangs Okt
Tourlänge
Symbol für Länge der Wanderung
13.5 km
Tourdauer
Symbol für Dauer der Wanderung
4 ½ Stunden
Aufstieg
Symbol für Aufstiegsmeter der Wanderung
283 m
Abstieg
Symbol für Abstiegsmeter der Wanderung
1870 m

Wanderkarte und Höhenprofil


Etappen

Symbol Schwierigkeit der Tour
Birg, Mittelstation der Seilbahn Stechelberg-Mürren-Schilthorn
0
2’684 m.ü.M.
Symbol Schwierigkeit der Tour
Schilthornhütte
40 Minuten
2’433 m.ü.M.
Symbol Schwierigkeit der Tour
Soustal Wegmarkierung 2’239m ü. M.
2 Std.
2’239 m.ü.M.
Symbol Schwierigkeit der Tour
Sousläger
3 Std. 30 Minuten
1’680 m.ü.M.
Symbol Schwierigkeit der Tour
Isenfluh Bushaltestelle
4 Std. 30 Minuten
1’081 m.ü.M.


Verpflegungs­tipps

Schilthornhütte, Mürren
Link zur Webseite
Hotel Alpina, Mürren
Link zur Webseite
Hotel Edelweiss, Mürren
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Übernachtungs­tipps

Schilthornhütte, Mürren
Link zur Webseite
Hotel Alpina, Mürren
Link zur Webseite
Hotel Edelweiss, Mürren
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