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15. Oktober 2023

Durch die Hintertür ins Oberengadin. Wow-Effekt inklusive.

Ronnys Bewertung

Kondition

Landschaft


Obwohl die Autos von der Julier-Passstrasse noch lange hörbar sind, befindet man sich bereits nach wenigen Minuten Wegstrecke in einer anderen Welt. Eine Welt, die rau und unwirtlich ist. Sie besteht nur aus Steinen, Felsen, Klippen und einer Flora, die dem stetigen Wind aus dem Norden trotzt. Eine eigenwillige, aber sehr schöne Landschaft. Vor allem wenn sich wie bei uns der klebrige Nebel langsam lichtet und der Sonne Platz macht. In Kombination mit dem Morgenfrost generierte dies eine unglaublich schöne wie auch mystische Stimmung. Wunderschön ist auch der Leg Grevasalvas am Ende der ersten Etappe, der im Kontrast zur kargen Landschaft eine atemberaubend schöne und einzigartige Szenerie bildet. Kurz: Trotz garstiger Landschaft lohnt sich der Aufstieg von La Veduta bis zur Fuorcla Grevasalvas. Schon allein wegen der Lage des Leg Grevasalvas in dieser bizarren Bergwelt.

Ist die Fuorcla Grevasalvas nach fast zweistündigem Aufstieg erreicht, gibt’s nur eine Reaktion: Wow! Eine atemberaubende Fernsicht öffnet sich. Das ganze Oberengadin liegt einem zu Füssen. Im Vordergrund der Silvaplanersee, Sils und der Silsersee bis Maloja. Im Hintergrund die Alpenkette des Oberengadins. Vom Piz Corvatsch oberhalb Silvaplana-Surlej bis zur Cima di Castello und dem Pizzo Cengalo im Bergell. Und ganz im Hintergrund schaut noch die Piz Bernina hervor, der höchste Berg des Kantons Graubünden und der Ostalpen. Und zwischen den einzelnen Berggipfeln sind das Val Fex, das Val Fedoz und das Val Forno mit dem gleichnamigen Gletscher und dem Lägh da Cavloc sehr gut erkennbar. Eine atemberaubend schöne Fernsicht, an der man sich nicht satt sehen kann. Vor allem ab Mitte Oktober, wenn die Lärchenwälder rund um die Oberengadinerseen ihr grünes Kleid in ein goldgelbes umtauschen.

Der Abstieg von der Fuorcla Grevasalvas bis zum gleichnamigen Bergweiler ist mit über 700 Höhenmeter recht anspruchsvoll. Erschwerend kommt dazu, dass der Weg, vor allem kurz unter der Fuorcla, über grosse Felsenfelder führt. Ein gutes Gleichgewicht ist gefragt! Dies übrigens auch auf der Nordseite der Fuorcla Grevasalvas. Auch hier führt der Weg kurz unter dem Pass über mehrere Felsenfelder. Dennoch: Der anspruchsvolle Abstieg bis zum Weiler Grevasalvas ist Dank der überwältigenden Fernsicht kurzweilig, lässt er doch dauernd neue Perspektiven auf das Oberengadin und dessen Seen zu.

Die letzte Etappe nach Plaun da Lej startet in Grevasalvas. Zum Glück: Dieser Bergweiler ist überaus hübsch, idyllisch und identisch. Eine Besichtigung dieses Weilers lohnt sich alleweil, diente er doch 1978 als Kulisse für die Verfilmung des Klassikers „Heidi“. Seither wird dieses Weiler auch „Heididorf“ genannt. Die Tour endet an den Ufern des Silsersees unmittelbar bei der Bushaltestelle Plaun da Lej. Wer Zeit und Lust hat, dem empfehle ich eine Rast an den Ufern des Silsersee. Unbestritten einer der schönsten Schweizer Seen, der viel Ruhe und Magie ausstrahlt. Mystik ist gar nicht meine Welt. Aber beim Silsersee muss sogar ich zugeben, dass es sich bei dieser Region um einen Kraftort handelt.

 

 

Anreise und Rückreise

Anreise: Mit der SBB oder der Südostbahn SOB nach Landquart (GR). Ab Landquart mit der Rhätischen Bahn RhB nach St. Moritz (GR). In St. Moritz umsteigen auf das Postauto der Linie Nr. 182 (Kante D) in Richtung Bivio bis nach La Veduta unterhalb des Julierpasses. La Veduta ist die erste Haltestelle auf der Nordseite nach dem Julierpass.

Rückreise: Ab Plaun da Lej (GR) mit dem Bus der Linie Nr. 4 bis nach St. Moritz, Bahnhof (GR). Ab St. Moritz mit der Rhätischen Bahn RbB über Thusis (GR) nach Chur (GR) oder über den Vereinatunnel nach Landquart. Ab Chur oder Landquart bestehen wiederum Anschlüsse mit der SBB oder der Südostbahn SOB in die restliche Schweiz.

Nützliche Links für deine Reiseplanung:
Fahrplan SBB bzw. Fahrplan Postauto

Tourdaten

Schwierigkeit
Symbol Schwierigkeit der Tour
Mittel
SAC-Einstufung
SAC- Einstufung
T2
Beste Jahreszeit
Symbol Beste Jahreszeit der Wanderung
Anfang Jul – Mitte Okt
Tourlänge
Symbol für Länge der Wanderung
9.9 km
Tourdauer
Symbol für Dauer der Wanderung
3 ¾ Stunden
Aufstieg
Symbol für Aufstiegsmeter der Wanderung
534 m
Abstieg
Symbol für Abstiegsmeter der Wanderung
968 m

Wanderkarte und Höhenprofil


Etappen

Symbol Schwierigkeit der Tour
La Veduta, Ospizio
2237 m.ü.M.
Symbol Schwierigkeit der Tour
Leg Grevasalvas
45 Minuten
2390 m.ü.M.
Symbol Schwierigkeit der Tour
Fuorcla Grevasalvas
1 Std. 50 Minuten
2688 m.ü.M.
Symbol Schwierigkeit der Tour
Grevasalvas
3 Std. 15 Minuten
1940 m.ü.M.
Symbol Schwierigkeit der Tour
Plaun da Lej
3 Std. 45 Minuten
1798 m.ü.M.

Verpflegungs­tipps

Hospizio La Veduta, Bivio-Julierpass
Link zur Webseite
Restaurant Murtaröl, Plaun da Lej
Link zur Webseite

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