Zum Hauptinhalt springen
11. Juli 2026

Mitten ins Herz des Parc Ela

Ronnys Bewertung

Kondition

Landschaft


Der Parc Ela im Kanton Graubünden ist mit rund 600 Quadratkilometern der grösste regionale Naturpark der Schweiz. Er erstreckt sich von Davos bis zum Julierpass sowie von Tiefencastel bis zum Albulapass. Namensgeber ist der markante Piz Ela, der mit seinen 3’339 Metern nicht nur das geografische Zentrum des Naturparks bildet, sondern auch dessen unverwechselbares Wahrzeichen ist.

Mit seiner mächtigen, kuppelförmigen Silhouette erinnert der Piz Ela an einen monumentalen Dom. Auch geologisch nimmt er eine Sonderstellung ein: Nach der Marmolata in den Dolomiten ist er der zweithöchste Dolomitgipfel der Alpen und gleichzeitig der höchste Dolomitgipfel der Schweiz. Diese Wanderung führt unmittelbar an seinem Fuss vorbei und bietet die wohl eindrücklichste Möglichkeit, diesen aussergewöhnlichen Berg aus nächster Nähe zu erleben.

Eines vorweg: Diese Tour fordert. Abgesehen von wenigen flacheren Passagen verlaufen die Wege sowohl im Auf- als auch im Abstieg meist steil. Wer die Anstrengung auf sich nimmt, wird jedoch reich belohnt – mit eindrucksvollen Berglandschaften, wilden Bächen, einem Bergsee wie aus dem Bilderbuch und Fernsichten, die bis ins Engadin und nach Südtirol reichen.

Etappe: Preda – Val Mulix
Der Start erfolgt im idyllischen Weiler Preda beim Nordportal des Albulatunnels der Rhätische Bahn. Zunächst folgt der Weg – einer der wenigen gemächlichen Abschnitte – der Bahnlinie talwärts bis zum ebenso beschaulichen Weiler Naz.

Ab dort endet die Gemütlichkeit. Von nun an geht es bis zur Passhöhe fast ununterbrochen bergauf. Bis zur Abzweigung ins Val Tschitta führt der Weg während gut einer halben Stunde durch dichte Wälder entlang des wilden Rabgiugsa-Bachs.

Etappe: Val Mulix – Val Tschitta – Furschela da Tschitta
Kurz nach der Abzweigung ist die Baumgrenze erreicht. Mit jedem Höhenmeter wird die Landschaft alpiner und das einsame Val Tschitta entfaltet seinen wilden Charakter. Gleichzeitig wächst der Piz Ela Schritt für Schritt zu seiner ganzen Grösse heran.

Beim Blick zurück öffnet sich ein beeindruckendes Panorama bis zum Albulapass. Besonders das mittlere Drittel dieser Etappe verlangt einiges an Kondition: Über rund hundert Höhenmeter steigt der Weg ausgesprochen steil an. Neben Ausdauer sind hier Konzentration und Trittsicherheit gefragt. Auch im letzten Abschnitt bleibt der Weg anspruchsvoll, wenn auch etwas weniger steil.

Etappe: Furschela da Tschitta – Lai Grond
Näher kommt man dem Piz Ela kaum. Hier zeigt sich die ganze Wucht dieses aussergewöhnlichen Bergmassivs. Auffallend ist seine helle, elfenbein- bis gelbgraue Färbung, die sich deutlich von den dunkleren Gipfeln der Umgebung abhebt. Fast wirkt der Piz Ela wie eine helle Krone über der übrigen Bergwelt.

Kurz nach dem Pass liegt tief unten bereits der Lai Grond. Mit seinem türkisblauen Wasser setzt er einen eindrucksvollen Farbakzent in der kargen Hochgebirgslandschaft. Für mich gehört dieser Anblick zu den schönsten Momenten der gesamten Tour.

Etappe: Lai Grond – Motta d’Err
Nach dem langen Aufstieg folgt nun der Gegenpart: Auf kurzer Distanz sind beinahe 700 Höhenmeter abzusteigen. In zahllosen Kehren windet sich der Weg talwärts. Trotz der Anstrengung bleibt die Landschaft eindrücklich. Markante Gipfel, weite Fernblicke und mehrere Wasserfälle begleiten den gesamten Abstieg.

Etappe: Motta d’Err – Parkplatz Igl Ragn d’Err
Diese letzte Etappe fällt landschaftlich etwas ab. Der Weg verläuft grösstenteils auf einer Alpzufahrtsstrasse und ist technisch wenig anspruchsvoll. Nach fast sechs Stunden Wanderzeit zieht sich dieser Abschnitt gefühlt etwas in die Länge – ein Eindruck, zu dem wohl auch die ersten Ermüdungserscheinungen beitragen.

Praktischer Hinweis
Zwischen dem Parkplatz Igl Ragn d’Err und Tinizong verkehrt kein Postauto. Deshalb empfiehlt es sich, bereits vor der Wanderung ein Taxi zum Parkplatz zu reservieren. Eine Fahrt nach Savognin kostet rund CHF 60 (Stand Juli 2026).
Alternativ kann die rund einstündige Strecke bis Tinizong zu Fuss zurückgelegt werden. Landschaftlich bietet dieser Abschnitt allerdings keinen nennenswerten Mehrwert.

Übernachten
Wer früh starten möchte, ist im Hotel Preda Kulm bestens aufgehoben. Das Hotel liegt direkt beim Bahnhof Preda und eignet sich ideal als Ausgangspunkt für diese Tour.
Die Zimmer sind gemütlich eingerichtet, verfügen alle über eine eigene Nasszelle und präsentieren sich – wie das gesamte Haus – tipptopp gepflegt. Auch das viergängige Abendessen überzeugte auf ganzer Linie. Vom ersten Gang bis zum Dessert stimmte alles, und der aufmerksame Service rundete den Aufenthalt ab.
Ebenso überzeugend fiel das Frühstück aus, das alles bot, was es für einen gelungenen Wandertag braucht. Für mich eine Unterkunft, die ich ohne Einschränkung weiterempfehlen kann.

Übrigens: auf der ganzen Tour gibt es keine Verpflegungsmöglichkeiten.

Viele Fotos wurden mir freundlicherweise von Barbara Käser, Rebecca Saladin, Barbara Wenger und Alain Zurbuchen @alzu77 zur Verfügung gestellt.

Anreise und Rückreise

Anreise: Mit der SBB oder der Südostbahn SOB bis Chur (GR). Ab Chur Weiterreise mit der Rhätischen Bahn RhB in Richtung St. Moritz (GR) bis Preda (GR)

Rückreise: Mit dem Postauto der Linie 182 ab Tinizong (GR) oder ab Savognin (GR) bis Tiefencastel (GR). Ab Tiefencastel mit der Rhätischen Bahn RhB bis Chur. Ab Chur Weiterreise wie Anreise. Oder mit dem Postauto der Linie 182 ab Tinizong oder ab Savognin bis Chur. Ab Chur Weiterreise wie Anreise

Nützliche Links für deine Reiseplanung:
Fahrplan SBB bzw. Fahrplan Postauto

Tourdaten

Schwierigkeit
Symbol Schwierigkeit der Tour
Schwer
SAC-Einstufung
SAC- Einstufung
T3
Beste Jahreszeit
Symbol Beste Jahreszeit der Wanderung
Juli – Mitte Okt
Tourlänge
Symbol für Länge der Wanderung
13.3 km
Tourdauer
Symbol für Dauer der Wanderung
6 Stunden
Aufstieg
Symbol für Aufstiegsmeter der Wanderung
1122 m
Abstieg
Symbol für Abstiegsmeter der Wanderung
1251 m

Wanderkarte und Höhenprofil


Etappen

Symbol Schwierigkeit der Tour
Preda Bahnhof
0
1’789 m.ü.M.
Symbol Schwierigkeit der Tour
Val Mulix, Abzweigung Val Tschitta
55 Minuten
1’955 m.ü.M.
Symbol Schwierigkeit der Tour
Furschela da Tschitta
3 Std. 25 Minuten
2’831 m.ü.M.
Symbol Schwierigkeit der Tour
Lai Grond
4 Std.
2’595 m.ü.M.
Symbol Schwierigkeit der Tour
Motta d’Err
5 Std. 20 Minuten
1’916 m.ü.M.
Symbol Schwierigkeit der Tour
Igl Ragn d’Err Parkplatz
6 Std.
1’659 m.ü.M.


Verpflegungs­tipps

Hotel Preda Kulm
Link zur Webseite
Restaurant La Scuntrada Tinizong
Link zur Webseite
Café Bäckerei Konditorei Casparin Savognin
Link zur Webseite

Übernachtungs­tipps

Hotel Preda Kulm
Link zur Webseite
Sonnenhof Preda
Link zur Webseite

Teile diese Tour mit deinen Freunden

QR Code

Nimm mich mit

Auch unterwegs diese schöne Tour dabei haben oder untereinander teilen. Einfach mit dem Handy den QR-Code einscannen, im Anschluss öffnet sich diese im Browser deines Handys.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert